Borgiflieger

Alles ins Auto zurück und ja was mache ich denn jetzt?
Ich hatte eine Alternative im Hinterkopf und die wurde direkt angesteuert. Ein Sportplatz weit außerhalb jeglicher Zivilisation. Alles wieder ausgepackt, positioniert wie auf einem Bazar.
Keine Menschenseele … perfekt!
Der Motor wurde mit einem elektrischen Handanlasser gestartet. O.K. jetzt ist er da der Moment auf dem man Monate hingearbeitet hat. Vorsichtiges Gas geben und der Flieger bewegt sich über das Grün. Der Flieger rollt über den Sportplatz mit Schrittgeschwindigkeit bis ans andere Ende der Grünfläche. Dort wurde gewendet und der graue Flieger hoppelt auf einem zu. Mit einer etwas erhöhten Geschwindigkeit. Meine Frau fragt mich wie lange ich das noch betreiben möchte. Wir sind doch hier zum Fliegen und nicht zum Fahren. Der Flieger steht vor meinen Füßen knatternd mit einer weißen Rauchwolke. Ich gebe mir einen inneren Ruck und wende den Flieger. Ich versuche eine entspannte Figur abzugeben – so als würde ich das hier täglich betreiben. Ich hatte die Hosen gestrichen voll. Es geht jetzt los - sagte ich zu meiner Frau und drückte entschlossen den Hebel nach vorne. Der Motor heult auf und „Wolly“ so ist der Kosename meines Fliegers legte scheinbar die Ohren an und sprintet davon. Ich zog am Höhenruder und Wolly hebt ab. Immer höher … das Fahrwerk wurde schnell noch eingefahren. Erst jetzt bemerkte ich die recht hohen Pappeln am Ende der Grünfläche. Meine Frau weist mich zeitgleich auf das Hindernis hin. Wo kommen die denn her? Es gab nur eine Möglichkeit für mich - Vollgas denn anhalten war ja irgendwie nicht möglich. Ich riss Wolly auf Anschlag in die Höhe. Der Steigungswinkel betrug über 45Grad. Die Pappeln kamen immer näher aber Wolly stemmt sich mit aller Gewalt in die Luft. Kennt Ihr den Moment, wo man meint die Zeit bleibt jetzt gerade eben stehen? Das war so ein Moment. Es verlief alles wie in Zeitlupe. Wolly gab alles - aber halt nicht genug. Die Pappeln hatten schließlich Jahrzehnte an Vorsprung sich auf diesen Moment vorzubereiten. Wolly schien es zu schaffen aber die Astspitze und wirklich der letzte Spier der noch nach oben zeigte berührte Wolly. Wie ein in den Himmel gereckter Finger der meinem Flieger den Bauch streichelte und der vor Lachen zusammen zuckt. Die Fortbewegung von Wolly ging schlagartig auf null. Nun ist das ja so eine Sache mit der Schwerkraft. Die Luft hat keine Balken und auch für Wolly nicht. Meine Frau zuckte zusammen und brachte nur so was wie ein „OHOH“ über die Lippen. Meine waren wie aufeinander geklebt. Man sieht das Problem aber man ist auch hilflos. Wolly drehte sich mit der Schnauze in Richtung Erde und nahm wieder Geschwindigkeit auf mit stehendem Motor. Dem muss es irgendwie auch die Sprache verschlagen haben. Auf dem Weg zur Erde nahm mein silbergrauer Vogel so ziemlich jeden Ast mit. Er bekam jedes Mal einen Schlag an die Flügel und ich in die Magengrube. Erst jetzt bemerkte ich auf dem Weg nach unten das nächste Hindernis. Eine alte Sitzbank aus altem ungepflegtem Holz. In diesem Moment schlug auch Wolly mit seiner Tragflächenvoderkante genau auf die Rückenlehne der Sitzbank auf. Rums … Stille … mein erstes Wort was mir einfiel war „Scheiße“. Meine Frau guckt mich an und meint „das war ja wohl nichts“. Ich gehe wie ein betölpelter Pudel zu meinem gefallenen Kollegen. Wie er so am Grunde lag halb über dieser Bank blutete mir das Herz. In diesem Moment starb mein Hobby in mir und ich hob meinen gefallenen Freund auf und kramte alles schweigend in das Auto. Was für eine Niederlage….
Auf dem Heimweg herrschte eine unheimliche Stille im Auto bis meine Frau nur meinte „das kriegst du schon wieder hin!“
Ich fuhr nicht mit wehenden Fahnen nach Hause, sondern wie jemand der eine herbe Niederlage erlitten hat. Ich räumte alles schnell ins Haus damit die Nachbarn bloß nichts bemerkten. Erst jetzt machte ich eine Schadensbilanz und stellte fest das Wolly einen angebrochenen Flügel hatte der reparabel ist. Alles andere war in bester Ordnung. Mein Glaube dieser Kinderwunsch muss erfüllt werden brach mit dem Flügel von Wolly. Der Flieger musste schnell repariert werden um die Schmach zu verwischen. Dieses gelang mir überaschenderweise recht schnell und gut. Nun musste nur noch eins getan werden. Der Verkauf der dieser bespannten Schande von einem Flieger. Die Entscheidung fiel schnell auf eBay. Es wurden schnell noch ein paar Fotos gemacht und rasch fand sich mein Kunstwerk im Internet wieder und biederte sich möglichen neuen Besitzen an. Diese waren auch wie üblich nach sieben Tagen gefunden. Juhu !!!! Wolly hat einen neuen Besitzer. Schnell noch verschicken…. Ach du grüne Neune der Flieger ist aber verdammt groß. Eine Verpackung habe ich auch nicht. Er musste im Ganzen versendet werden. Ein Zerlegen war nicht möglich. Die Tragflächen waren fest verklebt mit dem Rumpf. Ich zimmerte also noch einen Rahmen der in der Größe dem


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Das bin Ich / Wie alles anfing