Borgiflieger

rutschte leicht über den Boden zur Seite. Motor aus, in die Mitte der Garage gestellt und das ganze neu gestartet. Dieses Mal hob er ab und ich konnte ihn mit einer leichten Korrektur bei einer Höhe von 10 cm in der Garagenmitte halten. Es waren nur Sekunden aber für mich eine Ewigkeit. Ich freute mich wie ein kleiner Junge und probierte es gleich wieder mit Erfolg.
Ich konnte ihn immer länger in der Luft halten. Ich wurde immer sicherer an diesem Tag und flog alle Akkus leer. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt einkaufen und erfuhr erst davon, wie sie das Garagentor öffnete und mich mit dem Heli und der Funke in der Garage erblickte. Ich räumte Heli bei Seite so dass sie mein Auto in der Garage ordentlich parken konnte.
Was machst du denn hier?
Ich habe es geschafft… Ich habe den Heli geflogen!
Wo?
Na hier in der Garage!
Du hast doch nicht mehr alle Tassen im Schrank…! Das ist eine Garage! Und wie war es?
Ich erklärte ihr alles mit einer gewissen „Ausschmückung“ der Geschehnisse.
Was macht der Kleine?
Der hat alles verpennt in seinem Bettchen!
Die nächsten Tage wurde fleißig geübt und dafür das Auto vor der Tür geprckt. Der Geräuschpegel war auch nicht zu verachten und ich möchte nicht wissen was meine Nachbarn so dachten.
Die Monate vergingen und es tauchten erste Probleme mit dem Heli auf. Ein Stellmotor von der Taumelscheibe reagierte desweilen mit einem Zittern. Dieses Zittern nahm ich als Aufhänger und verkaufte den Hubschrauber bei eBay. Der Nächste wird selber zusammengebaut. Ich entschied mich für einen größeren Heli. Es musste der T-Rex550 V2.2 mit FBL her. Ein Heli ohne diesen komischen Paddels die einen Modellhubschrauber verunstalten. Der Heli wurde bestellt und in einer langen Wochenendaktion im Oktober 2012 montiert. Schon eine Woche später wurde der Jungfernflug in der Garage durchgeführt. Alles klappte super und nachdem ich an der Feineinstellung gedreht hatte stand er wie angenagelt in der Luft, in der Garage auf Augenhöhe vor mir mit dem größeren Idiotengestell.
Diesmal schaute meine Frau dabei zu und war auf mich doch sehr stolz wie sie mir hinterher sagte. Ich habe nicht aufgegeben trotz der herben Rückschläge.
Die Wintermonate legten auch meine Tätigkeit des Fliegens in der Garage lahm. Wenn „Mann“ sich langweilt wird es teuer… eine Drohne bauen, dachte ich so beim Surfen im Internet. Ich brauche einen Bastelauftrag und der war schnell gefunden. Eine ist ein Flugobjekt was mit mehreren Propellern in der Luft steht aber auch schnell in allen Richtungen fliegen kann. Genau das richtige zum Üben. Nach reichlicher  Recherche kaufte ich mir über eBay eine Steuerplatine direkt in Honkong ein und den Rest wie Motoren und Propeller bei den übrigen Onlinehändlern. Nach einigen Tagen waren alle Sachen zusammen und ich konnte loslegen. Der Zusammenbau ging sehr zügig und das Teil schwebte nach zwei Tagen in meiner Garage. Nun gehörte auch ein Quadcopter zu meinen Fluggeräten. Dieser stellte mich aber nicht zufrieden und so wurde ein neuer Multicopter gebaut. Die Wintermonate können ja so lang sein. Ein Hexacopter mit einem Steuersystem von DJI Naza sollte es sein für sehr viel Geld. Auch dieses Mal kaufte ich alles überall einzeln ein. Kein Fertigteil oder gar einen Baukasten. Alles nach eigenem Geschmack. Es machte Spaß zu experimentieren mit den Akkus, den Motoren und den Propellen. In den nächsten Wochen versank ich förmlich in diesem Thema. Ich lötete, schraubte und improvisierte um die Flugzeit zu verlängern. Zum Schluss mit dem Beginn der Schönwetterzeit habe ich meine Flugzeit von 7 Minuten auf 16 Minuten in der Garage ausweitern können. Das Fliegen mit so einem Teil stellte keine echte Herausforderung dar. Der Computer hielt alles sicher in der Luft und als Pilot gab man nur Befehle wie vor, zurück, links, rechts hoch und runter. Kein Vergleich zum hubschrauberfliegen. Leider auch nicht annähernd so aufregend. Der Erstflug im freien gebührte der Drohne und an einen erträglichen Märzsonntag wurde dieser durchgeführt mit Kind und Kegel. Der Flugplatz war ein geteerter Feldweg der sich in den nächsten Monaten als ereignisreicher Ort darstellen wird. Das erste Ereignis ließ nicht lange auf sich warten. Meine Frau bekam die Aufgabe diesen denkwürdigen Tag auf Video festzuhalten. Die Videokamera wurde wegen Magnus zugelegt um seine Vorschritte in den ersten Jahren zu dokumentieren. So war diese Kamera also eigentlich für die gleiche Aufgabe herangezogen worden. Die ersten Schritte im


Seite 1/2/3/4/5/6/7/8

Das bin Ich / Wie alles anfing